Die Welt ist eine Scheibe!

Samstag, 06.07.2013

Future blog entries will be in english, I promise :D

Viel passiert – viel passiert…der Text gammelt nun schon ewig auf meinem Desktop rum und hat sein Verfallsdatum eigentlich schon längst überschritten. Dennoch ist es eine schöne, kurze Zusammenfassung der letzten Wochen an der UC Berkeley, in denen richtig viel los war. Zur Zeit befinde ich mich schon auf Hawaii, wo ich bis Ende August Uni und Inselwelt kennen lernen darf.

Fange ich einfach mal mit einem der vergangenen Wochenende in Berkeley an (irgendwann noch vor den Midterms!). Wir haben uns entschlossen die Tage mal etwas aktiver und sportlicher zu gestalten. Dementsprechend hoch waren unsere gesteckten Ziele die wir aufgrund unserer naiven Unwissenheit ziemlich krass verfehlt haben. Zu einem Badesee zu joggen, dort etwas Zeit zu verbringen und dann zurückzulaufen klingt erst mal nach einem guten Plan – natürlich kommt es immer anders und meistens als man denkt. Da die Berge hier gleich immer ziemlich steil sind und die Temperaturen auch eher zur Siesta als zum Sport einladen, war der Weg im Gehtempo schon brutal anstrengend und schweißtreibend, wenn man dann auch noch einen nicht unerheblichen Umweg einschlägt macht‘s gleich doppelt Spaß (also wirklich, ich mag sowas, ohne Mist, gibt nix besseres). Die Mühen haben sich dann aber mehr oder weniger gelohnt. Wir dachten eigentlich das der See ein Geheimtipp ist,  da er schon etwas ab vom Schuss liegt,  allerdings strömen da am Wochenende ziemlich viele Leute hin, schön war er trotzdem. Das Tolle war dann aber der Rückweg den wir über den „berühmten“ Selby-Trail genommen haben. Der hat uns zwar noch weiter in die Prärie geführt, dafür aber mit einer unglaublichen Aussicht belohnt. Am darauffolgenden Tag waren wir dann wie so häufig in San Fran unterwegs. Das Wetter war eher bescheiden weshalb wir einen Strandbesuch für die beste Idee hielten – kontraintuitiv, aber bei gutem Wetter hätten wir zu dritt mit Glück einen Quadratmeter gehabt, wenn wir unsern Platz nach guter deutscher Strandmanier beansprucht hätten. Der Pazifik war echt unverschämt kalt…wenn ich will kann ich in kaltes Wasser gehen, Braveheart ftw, aber das war echt zu viel. Also im Anschluss lieber ne Runde in den Golden Gate Park, dort ist immer was los und bei nicht so gutem Wetter ist das auch die beste Alternative. Besonders Museen und Kunst und so Zeug laden zu einem kulturell höherwertigem Programm ein – ich wär lieber am Strand geblieben, ich mag Strand. Und wisst ihr was mich meistens langweilt, Museen wo man das Zeug aus 1000 Meter Entfernung angucken muss weil es ach so wertvoll ist und man Angst haben muss rausgeschmissen zu werden man sich mal räuspert da man die Filous in ihrem Halligalli-Scheissdreck stört. Ich schau mir gern sowas an, aber dann soll es ansprechend präsentiert werden.

Tilden ParkTilden ParkSelby Trail BerkeleyMuseen Japanischer Garten Mehr Museen Golden Gate Park Golden Gate Park Golden Gate Beach Golden Gate Beach Golden Gate Beach  Rathaus SF  

Ansonsten hat die Uni leider viel Zeit in Anspruch genommen, da die wundervollen Midterms vor der Tür standen. Und da habe ich gemerkt das ich langsam zu alt für Uni bin, ich hatte echt Probleme mir auch nur den kleinsten Scheiss ins Hirn zu prügeln und hätte die Zeit auch sinnvoller gestalten können. Deshalb hatten wir auch die glorreiche Idee am Donnerstag und Freitag mal auf unsere Kurse zu verzichten und ein verlängertes Wochenende außerhalb von Berkeley zu verbringen. Also Auto gemietet und los ging der Roadtrip zu dritt (2 Deutsche ein Niederländer). Erstes Ziel Sacramento – ach nee warte mal, das ist ja die falsche Richtung. Ist uns dann nach einiger Zeit auch aufgefallen, da unser erstes Ziel eigentlich der Yosemite National Park war. Und der ist spitzenmäßig!!! Da wir nur 2 Tage eingeplant und eigentlich für Vegas gepackt hatten, blieben uns leider nur die Sandalen-Touri-Trips, aber alleine die haben sich schon gelohnt. Unglaubliche Panoramen, unzählige Outdoor-Möglichkeiten und unverschämt wenige Übernachtungsmöglichkeiten, das ist Yosemite. Besonders letzteres stellte uns vor ein kleines Problem, da wir uns dachten spontan etwas im Park finden zu können, dann allerdings enttäuscht feststellen mussten das alle Kapazitäten ausgeschöpft waren. Und wir haben gesucht wie blöde – Straßen die nichtmal der Wiesel II mit 60 % Steigfähigkeit überwinden könnte stellten für uns die geringste Hürde dar. Umso schöner war es dann schlussendlich ein Motel zu finden in dem eine Übernachtung mehr gekostet hat als unser Hotel in Vegas am Strip für 2 Übernachtungen. Egal, Bett ist Bett.

On the road to Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Yosemite Wildfire Yosemite Wildfire

Nach Yosemite ging es dann mit dem Auto weiter Richtung Nevada. Toll toll toll. Die Landschaft war der Hammer, über enge Passstraßen an deren Seiten vereinzelt Schnee lag bis zu Salzseen in der Wüste. Auch wenn die Tempolimits für deutsche Verhältnisse immer super gering sind hat das Autofahren doch Spaß gemacht. Die Bilder können leider nicht einfangen wie geil die Straßen teilweise sind. Ein kurviges auf und ab, da wünscht man sich ein richtiges Auto und nicht so nen Chevrolet Cruzer den wir hatten J. Je näher wir Las Vegas kamen desto langweiliger wurde dann allerdings die Strecke. Jeder kennt die Bilder von unendlich gerade Straßen durch langweilige Steinwüsten, das ist dann sehr eintönig aber hey, VEEEEGAAAAAAS!

 

Da ich mich hier in diesem Internet genannten Pool von Datenbanken bewege und man ja nie weiss wer so mitliest bleiben die Geschichten und Bilder aus Vegas unter Verschluss, erzähle ich dann lieber mal in nem Vieraugengespräch! Aber es ist schon verrückt wenn man stundenlang durch die Wüste fährt, am Death Valley vorbei und dann plötzlich die unendlichen Lichter von Las Vegas auftauchen. Allein die Ankunft am Freitagabend war schon richtig geil und mit tausenden Geschichten gespickt…auch meine beiden Jungs die dabei waren, super Truppe. So schön die Stadt nach Sonnenuntergang wirkt, so trist stellt sie sich dann tagsüber vor. Auch außerhalb des Strips mit den großen Hotelkomplexen bietet LV ein eher tristes Bild. Aber hey, das einzige was zählt sind die paar Meilen rauf und runter rund um das Bellagio. Und die haben es in sich. Ein Highlight das man sich auf jeden Fall geben muss wenn man auf irre Fahrgeschäfte steht ist der Stratosphere Tower. Ein 1000 Fuss hoher Turm auf dessen Spitze sich ein Free Fall Tower und zwei weitere abgefahrene Attraktionen befinden. Zum Samstagabend und Sonntag schreibe ich mal nichts weiter, nur so viel das ich am Montag Klausur schrieben durfte und mein Lernaufwand in 15 Minuten lesen auf dem Flug zurück nach San Francisco bestand, länger konnte ich die Seiten nicht anstarren ohne das mir schlecht wurde J! Durfte dann Improvisieren was auch überraschen gut geklappt hat.

Road to Vegas Road to Vegas Raod to Vegas Road to Vegas Road to Vegas Road to Vegas Bellagio Bierpong in Vegas Rides! Rides Rides Rides Stratosphere Vegas Vegas Casino Vegas Vegas Vegas Vegas

Unter der Woche haben wir uns dann mal entschlossen zum Baseball zu gehen. Der AT&T Park, home of the San Francisco Giants ist auch gleich um die Ecke und die Karten waren nicht besonders teuer. Ich hab mir sagen lassen das die auch richtig gut seien und 2012 zum x-ten mal die World-Series Meisterschaften gewonnen haben. Davon hab ich dann mal gar nix gesehen. Die ersten 7 Innings, was in etwa 3 Stunden Spielzeit entsprach passierte einfach mal überhaupt nichts. Sind dann etwas durch das Stadion geschlendert, was beim Baseball wirklich alle machen. Die Leute kommen da hin um Garlic-Fries zu essen und Coke zu drinken und zwar die ganzen 4 Stunden die so ein Spiel dauern kann. Am gleichen Tag war auch das NBA final, das glücklicherweise ebenfalls im Stadion übertragen wurde und das wir uns dann so nebenbei angeschaut haben. Baseball ist einfach nur Nebensache in so nem Baseballstadion. In den letzten zwei Innings haben die Giants dann auch noch durch einen winzigen bescheurten Fehler verloren…naja interessant und schön war es trotzdem!

Baseball Baseball Baseball Baseball

Am nächsten Wochenende hieß es wieder, ab zu AVIS Auto holen, Zeug fürs Wochenende rein schmeißen und losfahren. Ziel: Lake Tahoe. Wir hatten uns dort ein Haus für 12 Personen gemietet und wollten übers Wochenende etwas Zeit am See und in den Bergen verbringen (und im Whirlpool J). Den Whirlpool haben wir auch gebraucht, da Lake Tahoe auf ca. 2000m liegt und das Wasser im See wirklich nur zur kurzen Abkühlung eingeladen hat. Ansonsten sind wir bisl gewandert, gejoggt, gegrillt und haben natürlich jeden Abend im Haus gefeiert. Super Sache, tolle Leute, denke das war für alle eine schönes Wochenende. Auf dem Rückweg haben uns die Mädels noch überredet in einem Outlet-Center zu halten…dafür haben wir dann bisl Fast & the Furious auf US-Highways gespielt :P. In meinem Auto hatte nämlich keiner mehr ein funktionierendes Handy, wodurch sich die Navigation erschwerte und ich nur versuchte an unserem anderen Auto zu kleben. Der Fahrer, dessen Namen ich hier natürlich nicht nennen möchte *hust* Stefan *hust*, ebenfalls Deutscher, hat versucht mir das ganze möglichst schwierig zu gestalten. Naja, aber so hat man wenigstens ein wenig Spaß auf US-Straßen. Ich erzähle das vor allem weil noch mehrere Gruppen aus Berkeley an diesem Wochenende nach Lake Tahoe gefahren sind und alle Tickets wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen bekommen haben, wir natürlich nicht J (20 MPH kosten schnell mal 300USD). Ich hab nur ein Parkticket bekommen weil wir 15 Minuten zu spät zum Auto gekommen sind…

Lake TahoeLake Tahoe HouseLake TahoeLake Tahoe Lake Tahoe  Lake Tahoe Lake Tahoe Lake Tahoe 

Ansonsten waren die letzten Wochen geprägt von gutem Essen und viel Feiern. Herauszuheben war natürlich der Independence Day! Ich habe zwar gedacht das insgesamt mehr los ist, da man ja immer das tollste Zeug zu den Feierlichkeiten zum 4ten Juli hört, aber bis auf das Feuerwerk fand ich das jetzt nicht so super krass. Das Feuerwerk war allerdings richtig schön. Wir sind dazu per Fähre nach Angel Island gefahren, eine der Bay Inseln und hatten dadurch einen tollen Ausblick auf San Francisco. Leider sind die Bilder aufgrund unserer eher schwachen Kameras eher schlecht geworden und konnten das Ganze nicht so gut einfangen.

Crab Angel Island Firework

Soooo ihr Lieben, das war also die Kurzfassung was so in letzter Zeit los war. Ich denke da fehlt auch wieder was und keine Ahnung. Ich erzähl euch das ja eh alles nochmal wenn ich zuhause bin, weil es einfach so wunderschön ist und man das gar nicht oft genug erzählen kann. San Francisco ist toll, UC Berkeley ist toll, USA ist toll, Las Vegas ist toll, Nationalparks sind toll, alles toll :D. Und so schön die Zeit in Berkeley auch war und so sehr ich alle Leute vermissen es muss weitergehen, denn wer rastet der rostet und die Welt ist eine Scheibe!

 

Ich versuche auf Hawaii wieder etwas regelmäßiger zu schreiben, kann es aber nicht versprechen ;).

Go Bears!

Baylife?

Donnerstag, 06.06.2013

Soooo, eigentlich wollte ich mich bereits etwas früher mit Neuigkeiten und Geschichten melden, allerdings hatte ich nur begrenzte Zeit und vor allem begrenzte Lust was zu schreiben. Ja, jetzt gibt's eigentlich schon wieder zuuuu viel Erwähnenswertes, aber irgendwo und irgendwann muss ich ja mal starten :D. Ich musste sogar schauen was ich letztes mal geschrieben hatte, weil ich nicht mehr wusste wann das war, holy crap!

Dann beginnen wir doch mal mit den Schlussworten des letzten Eintrags. Der Unistart war wie schon vorausgesagt ziemlich plötzlich und stressig. Ich durfte erschrocken feststellen das ich ja doch nicht nur zum Spaß hier bin, sondern tatsächlich von Montag bis Freitag in die Uni muss. Und mit müssen mein ich nicht so wie in den meisten Kursen bei uns: Ja, ihr müsst kommen wenn ihr die Klausur bestehen wollt blabla...sondern ein ziemlich alternativloses müssen. Wer zu oft fehlt bekommt Abzüge auf die Noten, eine sehr einfache aber effektive Methode um dem üblichen Schwund vorzubeugen. Außerdem gibt es ständig irgendwelche Gruppenarbeiten, Präsentationen und Paper die im Kurs abzuliefern sind, die selbstverständlich alle bewertet werden und in die Gesamtnote einfließen. Ist an sich okay und besser als das oft bei uns praktizierte Ein-Klausur-System, aber wenn dann solche Dinge wie Mitarbeit in einem 60 Mann Kurs benotet werden ist meiner Meinung nach ein ganz klein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Wie ihr seht sind die Tage also gut ausgefüllt. Vor allem starten sie ziemlich zeitig, da ich täglich ab 0800 (in Worten: Acht Uhr morgens!) Uni habe. WTF...was soll das denn. Aber genug genörgelt. Um ganz ehrlich zu sein ist das ja auch Genörgel auf super hohem Niveau denn....

Die Uni ist halt einfach mal der Hammer. Alleine schon der allmorgendliche Blick über die Bay mit der in Nebel getauchten Golden Gate Bridge und der Skyline von San Francisco ist unglaublich. Das lässt dann auch schnell vergessen das es erst 0700 ist und ich auf dem Weg ins Bad bin. Auch der Rest des Campus ist wunderschön angelegt und sehr gepflegt. Da merkt man schon das die Uni über ein nicht gerade knappes Budget verfügt. Auch die Haas School of Business in der ich meine Kurse habe ist ein super Komplex und es macht einfach Spaß über den Rest des weitläufigen Campus zu pilgern. Mit meinen Dozenten bin ich auch sehr zufrieden. Obwohl eine Vorlesung 2,5 Stunden dauert vergeht die Zeit recht fix und Langeweile kam bei mir noch nicht auf. Normalerweise neige ich ja auch dazu ziemlich schnell abzuschalten wenn es zu langwierig und öde wird, aber bisher wissen die Dozenten wie man die Zeit ohne große Durchhänger gestaltet. So, pros und cons der Uni hätte ich, bleibt noch die in den USA doch sehr ausgeprägte Unikultur. Die Studenten und Dozenten sind ziemlich stolz hier zu sein und das merkt man auch. Sei ihnen auch gegönnt, schließlich wird die Uni in einem Atemzug mit Stanford und Konsorten genannt. Wobei ich Stanford lieber nicht erwähnen sollte, denn das ist so ziemlich der größte Konkurrent und ich hoffe das nicht die falschen Leute hier mitlesen…aber hey, das Maskottchen von Stanford ist ein Baum, ein Baum…ganz ehrlich you are dismissed (kennt das noch jemand – was ne hammer show würde ich mal wieder anschauen!)

Haas School of Business Haas School of Business Library Library Uni Tower Uni-Kleidung Go Bears! Limo vor der Haas School of Business

Man ist schon ziemlich stolz auf seine akademischen und sonstigen Würdenträger. Betritt man die School of Business sieht man sofort die von den Säulen hängenden Banner der Nobelpreisträger in den Wirtschaftswissenschaften, fünf an der Zahl wenn mich nicht alles täuscht. Jaaaaa, macht schon was her, bringt mir jetzt aber auch nix, dadurch werde ich auch net klüger oder besser. Aber ich hab ja noch Zeit, wer weiss ob ich net auch mal da hänge - oder in Ilmenau im Oeconomicum aufm Klo. Egal, man soll sich ja immer Ziele setzen :D! Auch ansonsten ist die ganze Region hier ziemlich Cal (das ist so der landläufige Name für die Uni) und Golden Bears (das ist unser football team (aber alle anderen teams heißen glaube auch so)) verrückt. Wenn ich im Uni T-Shirt durch die Stadt laufe ruft schon mal der ein oder andere „Go Bears“, typisch Ami’s halt. Achja, man lässt sich ausschließlich in Uni-Klamotte blicken und davon gibt es hier echt abnormal viel. Zu jedem Anlass, und alles was man sich denken kann – sogar t-Shirts für Hunde. Ansonsten ist hier alles ziemlich lässig, wenn ich keine Lust habe mir „richtige“ Kleidung anzuziehen gehe ich halt in Badeshorts und Flipflops zum Essen oder in die Vorlesung, stört keinen, geil!

Kommen wir mal zu einem Thema das eng mit der Uni zusammenhängt, dem Feiern. Es ist unglaublich aber hier wird tatsächlich jeder nach dem Ausweis gefragt. Bei den Mädels okay, kann man das immer schlecht einschätzen, aber wir Jungs sind so zwischen 24 und 29 und sehen beim besten Willen nicht wie Jungspunde aus. Aber auch mal wieder schön den Ausweis zücken zu dürfen, wenn ich schätzen soll ist mir das zuletzt mit 11 passiert, als ich an der Tanke mit meinem Fahrradführerschein Smirnoff Ice gekauft habe :D. Ansonsten wird hier immer recht früh gestartet, da die Bars unter der Woche ziemlich pünktlich um 2400 so langsam die Schotten dicht machen. Also nix mit Vorglühen bis 2330 und dann so langsam mal losgehen. Auch so ist auf dem Campus immer was los. Letzte Woche hat Mumford and Sons hier nebenan im Greek Theatre (2 Minuten Fussweg – rockt die Scheiße) gespielt, war ganz nett auch wenn wir nix gesehen haben. An Konzerten, größeren und kleineren gibt es auf dem Campus eine Menge was auch immer sehr schön ist. Zu dem Thema später aber mehr, wenn ich auch verwertbares! Bildmaterial habe.

Hm…was treibe ich sonst so. Einerseits habe ich natürlich meine Laufschuhe ausgepackt und erkunde die Gegend am liebsten in dem ich einfach blind ein paar Kilometer in irgendeine Himmelsrichtung laufe. Das macht super viel Laune, da man immer interessante Sachen entdeckt. Dabei ist besonders das Hinterland sehr geil. Ich bin einfach mal in die Berge gelaufen und nach keine Ahnung wie vielen Höhenmetern gab es einen unglaublichen Ausblick, super schön, das war alle Mühen wert. Im Nachhinein wurde ich allerdings darüber aufgeklärt das es dort wohl Berglöwen oder sowas in der Art gibt, naja ich denke die haben mehr Angst vor mir als ich vor ihnen was auch net schwer ist, da ich vor Katzen keine Angst habe, nur vor Kühen, aber ein anderes Thema. Die Touren in die restliche Gegend waren auch interessant und aufschlussreich um einfach mal das übliche Treiben einer amerikanischen Vorstadt zu beobachten. Zum joggen allerdings nicht so spannend, ewige Straßen mit winzigen Häusern reihen sich stupide aneinander… gääääähn. Aber will man ja auch mal gesehen haben. Darüber hinaus ist Gegend bekannt für seinen Wein, ich bin zwar kein großer Weintrinker, aber eine Verkostungstour haben wir uns schon mal vorgemerkt. Nächste oder übernächste Woche ist der San Francisco Marathon, vll. Laufe ich da mal mit, bin zwar nicht im Training, aber so nen halben sollte man auch so packen :D.

Laufen in den Hills Weiter Laufen in den Hills endlich oben

Treffen sich zwei Belgier, ein Indonesier, ein Singapurer (das ist die korrekte deutsche Bezeichnung, ich habs gegoogelt!) und ein Deutscher in Downtown San Francisco – so starten vielleicht gute Witze, aber ein Witz war unsere Radtour am letzten Sonntag dann doch nicht. Die Tour ging von den Piers, über die Golden Gate Bridge nach Sausalitos und dann die Küste entlang zu irgendwelchen Fischerorten. Der Norden scheint so das Domizil der Reichen zu sein, denn was man an tollen Villen und schnittigen Autos gesehen hat war der Wahnsinn. Alle 2 Minuten ist ein Ferrari, Massarati, Lamborgini oder Porsche vorbeigefahren (schön langsam wie sich das für die USA gehört, gut das man dann ein 500 PS Auto hat). Sowas hab ich in Deutschland echt noch nicht gesehen, allerdings sind die Autos auch vergleichsweise günstig und je höher der Preis, desto größer der Abschlag, aber teuer sind se immernoch. Eigentlich waren wir auch noch in einem Nationalpark wo angeblich mit dei größten Bäume der Welt stehen, ja keine Ahnung, hab ich jetzt nicht wirklich gesehen, war ziemlich lanbgweilig. Insgesamt hatten wir aber viel Spaß und durften eine wirklich unglaublich abwechslungsreiche Landschaft genießen. Obwohl ich Radfahren ja nicht besonders mag, war das eine super Sache um die Bay Area zu erkunden und ich hab echt wieder Bock aufs Radeln bekommen! Was natürlich nicht fehlen darf bei so einer Tour ist die Tatsache das man sich etwas verfährt, deshalb unglaublich steile Hügel umsonst rauf und wieder runter fährt, die letzte Fähre dann just-in-time erreicht und irgendwann Nachts total erschöpft ins Bett fällt – zum Glück kann ich ausschalfen, ach ne ich hab ja immer um 0800 Uni L. Jaaaaa, das Problem war nämlich das unsere Asiaten nicht an solche Anstrengungen gewöhnt waren und wir dementsprechend langsam vorangekommen sind. Aber schön wie beherrscht und ruhig die beiden dann am Rande der Erschöpfung waren waren als wir ihnen erklärt hatten das wir uns leicht verfahren hatten, Beherrschtheit lvl Asian! Aber super Jungs! Glaube die miesten Deutschen hätten spätestens da angefangen zu nörgeln :).

Unsere Räder Auf nach Downtown Pier 39 Pier 39 Auf dem Weg zur Brücke Fast da endlich da Küste Die Brücke von der anderen Seite SF von der anderen Seite der Bay Hausboote in Sausalitos So siehts da aus Sausalitos von der anderen Seite irgendwo an der Küste :P Baylife! Die Fähre startet hinter dem Hügel :P Langsam geht die Sonne unter, es wird eng :P Endlich angekommen Fähre erreicht Alcatraz von der Fähre aus

Soooooo, das solls mal gewesen sein, nächste Woche sind schon so Klausuren die irgendwo rein zählen und keine Ahnung, ich mach mir da kein Kopf. Denke am kommenden Wochenende werden wir deshalb eher hier in der Bay Area was machen, Trips in die unendlichen Weiten of good old USA sind aber auch schon in Planung.

Hauen Sie sich rein!

Allerliebste Grüße!

Erste Eindrücke

Montag, 27.05.2013

So meine Lieben, nach kurzem hin und her habe ich mich also doch entschlossen einen Blog zu schreiben, einerseits für mich selbst, um meine Gedanken von Zeit zu Zeit zu sortieren und andererseits um nicht jedem einzeln von allem zu berichten, das wäre nicht effektiv, das wäre nicht in meinem Sinne :). Wer Fragen hat kann mich aber selbstverständlich immer gerne über diverse Kanäle erreichen. Der Blog entsteht on-the-fly, also es wird hier auch viel Müll stehen.

Wer sich nun fragt was der Typ, also ich, überhaupt am anderen Ende der Welt so treibt und warum er was wo wozu und mit wem tut, dem wird sich das sicherlich im Laufe der Zeit erschließen. Ein kurzer Überblick: Zur Zeit bin ich an der Uni in Berkeley, das liegt im Großraum San Francisco und anschließend geht es an die Hawaii' Pacific University nach Honolulu.

Aber mal ganz von vorne: Es war eine warme Nacht im antiken Griechenland...okay, soweit dann doch nicht. Es war eine verregnete Nacht im Ilmenau der Gegenwart, der kleine Tobi (das ist der Autor!) verkauft, verschenkt und packt seinen über Jahre gesammelten Krempel aus der Studentenbude um in die weite Welt zu ziehen. Okay, in der dritten Person zu schreiben ist irgendwie scheisse. Die Reise begann für mich, wie bei so vielen die etwas weiter zu fliegen haben, am Flughafen Frankfurt, von dem ich was Komfort und Attraktivität angeht wenig überzeugt bin - etwas vorbelastet von früheren Urlaubsreisen. Allerdings klappte diesmal alles nahezu reibungslos, zwar brachte es die Anzeigetafel nicht fertig mein erstes Flugziel Seattle richtig zu schreiben, dafür stimmte das angegebene Gate dann auch nicht. Man konnte sich also darauf verlassen das man sich auf nichts verlassen kann! Ganz intuitiv hat das Ganze dann doch funktioniert und der elfstündige Flug startete pünktlich. Wir hatten ein sehr nördliches Routing bis hoch an den 75ten Breitengrad und überquerten dementsprechend Island und Grönland. Zu dem Zeitpunkt hatte ich einen Fensterplatz ergaunert, den ich später allerdings an schlafende Kleinkinder abgeben musste. So konnte ich die wirklich wunderschönen Landschaften genießen die unter mir vorbeizogen. Die Einreise in Seattle gestaltete sich dann etwas langwieriger als gedacht. Aufgrund meines Visums wurde mir eine Sonderbehandlung zuteil, welche den bürokratischen Apparat der U.S. Amerikanischen Einreiseschikanen (ja Schikanen)voll ausschöpft. Ganz grob sah das ganze so aus, dass ich mit einer roten Karte (das sind anscheinend Sonderfälle) von einem Schalter zum nächsten geschickt wurde und jedem Beamten erzählen durfte was ich denn nun genau vorhabe. Das zog sich bis ich endlich meinen Koffer, den letzten auf dem Förderband, abholen konnte und zum Weiterflug einchecken durfte. Da ich einige Stunden Aufenthalt hatte setzte ich mich also schnurstracks in die U-Bahn um nach Seattle zu düsen. Dort angekommen wollte ich eigentlich nur essen und trinken und vielleicht die letzten Minuten des CL-Finales anschauen. Die erste Sportsbar zeigte dann allerdings lieber Frauen Baseball, naja es sollte dann wohl einfach nicht sein. Viel Zeit blieb mir schließlich auch nicht und eigentlich war Seattle unter den gegebenen Umständen auch nicht so super aufregend. Springe ich also lieber einige Stunden weiter. Angekommen in San Francisco packte mich so langsam die Müdigkeit. Nach über 30h auf den Beinen wollte ich eigentlich nur noch in mein Zimmer. Mein Koffer war allerdings anderer Meinung und stellte mich vor ein nächtliches Krafttraining .Die Rollen gaben unter den 26 Kg ihren Dienst auf und so schleifte und trug ich den Koffer dann mit stoischer Entschlossenheit die nicht unerheblichen Strecken vom Gepäckband bis zum Ausgang (ca. eine Stunde vor meiner Abreise ging schon der Reisverschluss an einem der Außenfächer kaputt, das hätte mich Vorwarnen müssen - was für ein Drecksteil!). Ich hatte es verschusselt mich für den Shuttleservice vom Flughafen zum Wohnheim anzumelden und durfte den restlichen Transfer dann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln absolvieren, was auch super war und ich einen ersten Eindruck vom Verkehrsnetz der Bay-Area bekam. Alles andere, wie etwa die Ankunft im Wohnheim verlief vorbildich gut.

Jaaaaa, das Wohnheim. Also ich möchte um die Thematik etwas zu veranschaulichen immer den Vergleich zu Hogwarts aufzeigen. Der Begriff Wohnheim ist schon mal komplett falsch. Das Ganze nennt sich International House und ist eine Einrichtung für den internationalen Austausch an der UC Berkeley. Von außen, und hier sind wir schon bei der besagten Schule für Hexerei und Zauberei, hat das Gebäude aufgrund von kleinen und großen Türmchen und dem Baustil des frühen 20. Jahrhunderts einige Ähnlichkeiten. Auch die Innenräume mit ihren hohen Decken und den recht pompös gestalteten Gemeinschafts- und Essenssälen erinnern daran. Gerade in der Dining Hall fehlt nur noch das bärtige Gesicht von Albus Dumbledore der Speißen auf die Tische fliegen lässt. Die muss man sich dann allerdings doch selbst holen. Dafür sind Qualität und Quantität der gebotenen Speißen wirklich der Hammer! Wer mich kennt weiss das ich gerne und viel esse, und das tue ich hier ständig. Dabei gibt es kaum typisch amerikanischen Fastfood oder dergleichen, sondern sehr international gehaltene Küche. Darüber hinaus erinnern auch die Wohnräume an Hogwarts. Als Graduate Student, also als alter Hase hatte ich das Glück ein Einzelzimmer in den oberen Stockwerken zu bekommen, die undergraduate Students sind dagegen in Mehrbettzimmern untergebracht. Brauche ich mit meiner Bundeswehr Vergangenheit und auf meine alten Studententage nicht mehr, etwas Privatsphäre schätze ich dann doch. Jeder Flur, bzw. Stockwerk hat dementsprechend seine typischen Bewohner, bei mir sind es eben Graduate bzw. Phd. Students oder vergleichbares. Die Zimmer sind winzig und alt (Punkt). Ich würde auch sagen: nicht schön aber selten. Da ich eh neben Schlafen nicht viel Zeit dort verbringe ist das auch nicht so schlimm, ich würde aber lügen wenn ich sage das ich anfangs nicht etwas geschockt war. Aufgrund der langen Tradition des Hauses steht an machen Türen welche "bekannte" Persönlichkeit darin mal gelebt hat. Auf meinem Stockwerk ist mir bisher nur Eric Schmidt, einer der CEOs von Google aufgefallen. Der hat dann wahrscheinlich auch die Gemeinschaftsbäder genutzt, da es in den Zimmern neben Bett, Schrank und Tisch nichts weiter gibt. Das verblüffende ist, das ich in der Dusche bislang noch nieeeeemanden gesehen habe. Ich weiss ja nicht wie und wann die Leute hier so Zeug erledigen, aber anscheinend nicht in meinem Rhythmus. Ein großer Pluspunkt des Gebäudes ist weiterhin die unglaublich geniale Lage in der San Francisco Bay. Wenn ich aus meinem Zimmer rausgehe und den Flur entlang laufe habe ich einen genialen Ausblick. Von der Golden Gate Bridge am rechten Ende, über Alcatraz in der Mitte, bis zur SF Skyline zu meiner Linken. (Passendes Bildmaterial ist dem Textverlauf entsprechend zu entnehmen)

Settle, aha! Blick aus dem Fenster

Auch der Campus ist riesig und wunderschön angelegt. Überall fliegen Studenten auf Besen herum und Wilde Schnatze grasen neben Ogern auf den Wiesen...so oder so ähnlich. Fakt ist aber das der Campus wirklich super einladend ist um Sport zu treiben, oder sich einfach irgendwo ins Gras zu legen um seinen Gedanken oder Tätigkeiten nachzugehen. Insgesamt muss ich sagen das hier enorm viel Sport getrieben wird. Wenn ich aus meinem Fenster schaue sehe ich einen Teil des California Memorial Stadiums, hauptsächlich für Football genutzt, daneben sind Sportanlagen für alles möglich die auch ständig genutzt werden. Auch in San Francisco trifft man ständig Jogger, Radfahrer, Skater oder dergleichen, die das Bild des typisches Amerikaners etwas auf den Kopf stellen. Mehr zum Campus und zur Uni später.

school of buisness Blick aus meinem Fenster Berkeley Cal Sport  California Memorial Stadium Campus Gebäude auf Campus

Gleich zu Beginn bin ich dann nach Downtown SF gefahren, sind von Berkeley aus nur 5 Stationen mit der BART (so ne Art U-Bahn) und war hin und weg. Der Stadt fehlt außer im Bankendistrikt jegliche Großstadthektik, was in einer tollen Atmosphäre resultiert. Ich bin ohne Stadtplan oder einmal auf eine Karte geschaut zu haben einfach drauf losmarschiert bis mir die Füße weh getan haben. Und das war erst super spät, da ich ständig tolle Sachen entdeckt habe und eigentlich gar nicht genug bekommen konnte. Es war schön wie einfach man sich doch zurechtfindet und wie nah beinander die bekanntesten Sehenswürdigkeiten liegen (Dazu in einem anderen Blogeintrag mehr). Nach 6 Stunden und dem x-ten Aufstieg auf einen der Hills war ich dann allerdings doch am Ende, aß schnell noch etwas im wunderschönen China Town und machte mich auf den Heimweg. Der führt immer durch Downtown Oakland, welches gleich auf der anderen Seite der Bay liegt. Da ich noch etwas einkaufen wollte machte ich dummerweise den Fehler am Oakland City Center, einer der größten Outdoor Malls, auszusteigen. Ich bin recht schnell wieder in die U-Bahn gestiegen, da ich zu erschöpft war um mich groß zu orientieren und habe nur das nötigste mitgenommen (habe ja keinen Kühlschrank...). Wieder zuhause angekommen hatte ich brutalen Muskelkater - und ich hab echt selten Muskelkater - was mich dann allerdings kaum verwundert hat als ich mir die Strecken angeschaut habe die ich so tagsüber zurückgelegt hatte. War wohl wie in einem Art Entdeckungsrausch, indem der Körper jegliches physisches Leiden abstellt :). Achja, ich liebe die Ladenöffnungszeiten!

Aus der U-Bahn in Downtown ausgestiegen Das ist nicht die Golden Gate Bridge :) Seelöwen am Pier 39 Alcatraz Hills Cable Cars Golden Gate Bridge in Wolken Downtown Piers

Na gut, soviel zu den ersten Eindrücken. Für mich startet die Uni auf die ich jetzt schon keine Lust habe, denke das wird stressiger als mir lieb ist. Naja, no pain no gain. Ihr hört von mir wenn ich lustig bin wieder was zu schreiben.